Pädagogische Ziele:

Ziele, die wir mit der „kindorientierten Planung“ anstreben:
Die Kinder erfahren bei uns im Kindergarten eine Institution, in der ihre Individualität an erster Stelle steht. In dieser Institution hat jedes Kind einen großen Freiraum für seine Bedürfnisse, Defizite, Anliegen, Gefühle, persönlichen Entwicklungsschritte, familiäre Situation, Lebensumfeld, etc.

Pädagogik der Zukunft
Erika Kazemi - Veisari meint
:
„Wenn Erwachsene sich dafür entscheiden, mit Kindern zu leben - anstatt sie von oben herab Leben zu lehren - bedeutet das eine radikale Änderung des Kindergartenalltags, in dem sich vor allem die Bewertungsmuster über das, was erfolgreiche pädagogische Arbeit ist, verändern.
Pädagogen sind dann nicht mehr in erster Linie Funktionsträger, sondern lebendige Kontakt- und Erlebnispersonen für die Kinder.
Ihre Interessen, ihre Neugier, ihre Erfahrungen und ihr Umgang mit Problemen und Wünschen können belebende Motivation und Identifikationsangebot für Kinder sein.
Ihre Interessen am Kind, ihre gemeinsamen Erfahrungen und ihr gemeinsames Leben miteinander, ihre verschiedenen Auffassungen vom leben sind entscheidender als eine Wirklichkeit, die extra für Kinder in künstlichen didaktischen Häppchen aufbereitet und serviert wird und echte, auch ungeordnete Erfahrungen abschneidet.“

Aufsichtspflicht
Unsere Kinder werden im Kindergarten zu selbständigen Persönlichkeiten erzogen, die ganzheitliche Erfahrungen machen und den Umgang mit Gefahren lernen sollen. Wir leiten die Kleingruppen im Spiel an und erarbeiten mit den einzelnen Kindern die Regeln im Freien, bzw. in der Halle. Die jeweilige Erzieherin muss immer begründen können, warum sie ein Kind „unbeaufsichtigt“ spielen lässt:
1. Reife und die Vorerfahrungen des Kindes abklären
2. Regeln klar definieren (auf Gefahrenquellen hinweisen!)
3. Konsequente Handlungen bei Missachtung der aufgestellten Regelungen
Regelmäßige Kontrolle der „unbeaufsichtigten“ Kleingruppe (= Beobachtung)

Mit diesen Bewegungsräumen wurde in unserer Einrichtung ausschließlich positive Erfahrung gemacht, denn die Kinder lernen so
• ihre Konflikte selbständig zu lösen (Förderung der Kommunikation untereinander)
• selbständig Spielvorgänge zu leiten
• Gefahren einzuschätzen durch gemachte Erfahrungen
• Entscheidungen zu treffen
• selbstbewußter und kreativer zu handeln (Förderung der Eigenaktivität)

Das Freispiel hat einen hohen Stellenwert in unserer pädagogischen Arbeit, denn die Kinder
machen in dieser Zeit viele wichtige Erfahrungen.

Freispiel
bedeutet

• Selbstständigkeit und Selbstverantverantwortung
• Förderung des Selbstbewußtseins und des Selbstwertgefühls
• Grenzen und Regeln erfahren und akzeptieren, Konsequenzen ziehen
• Freundschaften schließen, soziales Verhalten üben
• Wissensvermittlung und -förderung
• Sinneserfahrungen
• Zeit und Ruhe für Gespräche und Nichtstun
Wir haben eine lange Freispielzeit, die den Kindern optimale Möglichkeiten zu eigenen positiven Entwicklung bietet

Freispiel
heißt

• freie Wahl der Spielkameraden und Erzieherinnen
• Mitbenutzung der anderen Gruppenräume, der Halle und des Außengeländes
• freie Spielzeugwahl
• freie Teilnahme an Projekten und Angeboten

Lernen im Kindergarten

Die Kinder erfahren bei uns im Kindergarten ganzheitliche, emotionale, kreative Förderung, d. h. SELBSTÄNDIGES LEBEN LERNEN.

Oder mit den Worten Maria Montessoris:
„HILF MIR ES SELBST ZU TUN UND TU ES NICHT FÜR MICH!“

Es bedeutet für uns, den Kindern primäre Lebenserfahrungen zu ermöglichen, sie ihre Umwelt aktiv mitgestalten zu lassen und selbst Anregungen für Lernprozesse zu geben. So haben Kinder die Möglichkeit, entsprechend ihren Bedürfnissen zu Veränderungen und neuen Situationen beizutragen.
Eine Notwendigkeit und Voraussetzung dafür ist, daß wir als Erzieherinnen den Kindern genügend Zeit zugestehen, um sich zurückziehen zu können, ausprobieren zu können, experimentieren zu können,
etc. - zum selbstbestimmenden Menschen werden -
Besonders die Entscheidungsfreude und Selbständigkeit der Kinder werden durch freie Angebote der Erzieherinnen gefördert.
Leistungsanforderungen und Leistungskontrolle sind im Kindergarten fehl am Platz und hemmen in der Entwicklungsphase zwischen 3 und 6 Jahren, die Motivation sowie auch die Kreativität des Kindes.

Unsere These:
Menschen, insbesondere Kinder lernen am intensivsten und nachhaltigsten, wenn sie das was sie lernen unmittelbar angeht und sie es in ihrem Lebensalltag anwenden können.

Wichtige Lernziele zur Persönlichkeitsentwicklung des Kindes auf einen Blick:
• Lernfreude
• Selbständigkeit
• Eigenaktivität
• Abbau von emotionalen und schöpferischen Kräften
• Förderung der individuellen Neigungen und Begabungen
• Vermitteln von Grundwissen über seinen Körper
• Entfaltung der geistigen Fähigkeiten
• Elementare Erkenntnisse von der Umwelt sammeln
• Soziale Verhaltensweisen von Situationen und Problemen bewußt erleben lassen
• Eigene soziale Rolle in der Gruppe erfahren
• Erkennen, Erlernen, Einüben und Einhalten von
>
christlichen Werten: wie Toleranz, Hilfsbereitschaft, Rücksicht, Dankbarkeit, Verzeihen
>
Fähigkeiten: wie Ausdauer, Kritikfähigkeit, eigene und fremde Schwächen akzeptieren, Verantwortung zu zeigen und zu übernehmen, Selbstvertrauen, Kreativität, Konfliktbewältigung

Ein Beispiel aus der Praxis:
Die Kinder können sich nach ihrer Befindlichkeit den Raum, das Spielmaterial und auch die Bezugsperson selbst auswählen. In der Zeit von 8:00 - 11:00 Uhr steht allen Kindern für die Freispielphase die gesamte Räumlichkeit des Kindergartens zur Verfügung.
Das „freie Spiel“ hat für uns einen sehr hohen Stellenwert, denn die Kinder machen in dieser Zeit viele wichtige Erfahrungen mit der eigenen Person.
Um besser auf die Befindlichkeit des einzelnen Kindes eingehen zu können, praktizieren wir intensive Kleingruppenarbeit, besonders in der Freispielphase. Dies bedeutet für uns Erzieherinnen, die Gesamtkindergruppe in besonderem Maße zu beobachten, Bedürfnisse von Kleingruppen aufzugreifen und auch spontan durchzuführen.
Damit sich die Kinder im Kindergarten wohl fühlen, bedarf es verschiedener Bereiche in den Räumen, die nach den Befindlichkeiten der Kinder ausgerichtet sind. Wir Erzieherinnen und auch in Zusammenarbeit mit den Kindern, gestalten deshalb öfters im Laufe des Jahres die Gruppenräume, sowie den Hallenbereich um. Die differenzierte Raumgestaltung und auch der Außenspielbereich soll den Kindern Möglichkeiten zum gemeinsamen Spielen geben, das Spiel allgemein fördern und die Phantasie anregen. Diese ErfahrungsRÄUME unterstützen, provozieren den Tätigkeitsdrang der Kinder und fordern ihre Neugierde und Sensibilität heraus.

 

Impressum